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ObstbaumRettungsAktion

KObRA geht in die zweite Runde

Die Kombinierte ObstbaumRettungsAktion (KObRA) wurde im Jahr 2026 bereits zum zweiten Mal durchgeführt und verfolgt konsequent einen ganzheitlichen, nachhaltigen Ansatz.

von BOGV Bruchsal erschienen am 13.04.2026
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Baumpflegeaktion KObRA 2026
Baumpflegeaktion KObRA 2026 © BOGV Bruchsal

Ziel ist es, kommunale Streuobstflächen im Landkreis Karlsruhe langfristig zu sichern und diese über neue Modelle – insbesondere Obstbaumpatenschaften – für die Bevölkerung, die jeweilige Kommune und den lokalen OGV gleichermaßen attraktiv zu gestalten.

Am 14. März 2026 führten mehr als 60 Fachwartinnen und Fachwarte am Vormittag an rund 40 hochstämmigen Obstbäumen im Vollertrag fachgerechte Schnittmaßnahmen durch. Die Bäume waren über Jahre hinweg nicht gepflegt worden und wiesen entsprechend hohen Handlungsbedarf auf.

Die Aktion wurde vom Bezirks-Obst- und Gartenbauverein Bruchsal in Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband Karlsruhe organisiert und stand unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen. Ein zentrales Element der Veranstaltung war die enge Verzahnung mit der Fachwartausbildung/-vereinigung. Das jährliche Treffen der Fachwartvereinigung des Bezirks – mit derzeit rund 170 aktiven Fachwarten – wurde bewusst mit dem Aktionstag kombiniert. Zusätzlich nahmen etwa 20 angehende Fachwarte teil, für die der KObRA-Einsatz einen praxisnahen Bestandteil ihrer Ausbildung darstellt. Sie konnten dabei erste Erfahrungen in der „Königsdisziplin“ des Obstbaumschnitts – dem Altbaumschnitt im Vollertrag – sammeln. Unterstützt wurde die Maßnahme durch weitere Akteure, darunter regionale Streuobstinitiativen sowie Streuobstpädagogen, die Fachreferenten stellten. Zudem wirkten Fachwarte aus benachbarten Bezirken bei der Leitung der Arbeitsteams mit.

Auch die organisatorischen Rahmenbedingungen waren optimal vorbereitet: Bereits im Vorfeld hatte der kommunale Bauhof die Flächen gemäht und Hindernisse wie massiven Brombeeraufwuchs entfernt, sodass ein sicherer Zugang zu den Bäumen gewährleistet war. Am Nachmittag fand im Bürgerhaus eine gemeinsame Bewirtung der ehrenamtlichen Helfer statt. Parallel dazu wurden Fachvorträge angeboten und die Bevölkerung konnte sich umfassend über das neue Konzept der Obstbaumpatenschaften informieren.

Dieses Modell stellt einen zentralen Baustein der KObRA-Initiative dar. Ziel ist es, aus den Erfahrungen früherer, oft wenig nachhaltiger Patenschaftsmodelle zu lernen und ein tragfähiges Konzept zu etablieren. Dabei stehen vier Grundprinzipien im Fokus:

  • Vermeidung von Über- und Unterforderung der Paten
  • fachliche Anleitung und kontinuierliche Begleitung
  • integrierter Versicherungsschutz über die LOGL-Verbandsversicherungen
  • zeitliche Begrenzung der Patenschaft auf zwei bis drei Jahre

Die Baumpaten – idealerweise Familien oder Gruppen – gehen für die Dauer der Patenschaft eine temporäre Mitgliedschaft im örtlichen Obst- und Gartenbauverein ein. Im Gegenzug erhalten sie Zugang zu einem gut ausgestatteten Gerätepool, der durch Fördermittel, kommunale Zuschüsse und Sponsoren aufgebaut wurde.

Die Kommune profitiert ebenfalls: Für einen Zeitraum von drei Jahren werden ihre Streuobstflächen gepflegt, während sie im Gegenzug bedarfsorientiert Bauhofleistungen sowie finanzielle Unterstützung bereitstellt.

Ob sich dieses Modell langfristig bewährt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Erste Ergebnisse sind jedoch vielversprechend: Der örtliche Obst- und Gartenbauverein konnte über die Baumpatenschaften bereits mehrere Familien als neue Mitglieder gewinnen – ein wichtiger Impuls für einen traditionsreichen Verein mit über 125-jähriger Geschichte, der in den vergangenen Jahren keinen Nachwuchs verzeichnen konnte.

Wer sich näher über die KObRA-Initiative informieren möchte, kann sich gerne an den Vorsitzenden des Bezirks-Obst- und Gartenbauvereins Bruchsal, Rüdiger Becker, wenden.

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