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Streuobstpflegetage 2026

Pflanzung der Streuobstsorte des Jahres

Sonnenschein, klare Sicht und ein Panorama, das wie gemacht ist für Streuobst: Von den Hängen rund um Dettingen schweifte der Blick über Wiesen, die vielerorts bereits von Kirschbäumen geprägt sind. In dieser Kulisse setzte der LOGL mit der Pflanzung der „Streuobstsorte des Jahres“ des LOGL, der Ermstäler Knorpelkirsche. ein sichtbares Zeichen für Sortenvielfalt und Streuobsterhalt.

von LOGL erschienen am 09.03.2026
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Pflanzung der Streuobstsorte des Jahres 2026
Pflanzung der Streuobstsorte des Jahres 2026 © Eva Grubmiller

Zur Pflanzaktion waren zahlreiche Unterstützer und Fachleute vor Ort: Kreisfachberater Thilo Tschersich, der den Baum fachgerecht in die Erde brachte, der Kirschenexperte Roland Lieb, Vorstand Roland Heinkel und Hans-Martin Haas vom OGV Dettingen, Ulrike Müller von der Gemeinde Dettingen, Vorsitzender Ralf Röckel vom Kreisverband Reutlingen, sowie der ehemalige Geschäftsführer und Kreisfachberater Ulrich Schröfel. In ihrem Grußwort betonte Landesgeschäftsführerin Grubmiller die Bedeutung der landesweiten Streuobstpflegetage: Sie sind eine LOGL-Aktion, bei der im ganzen Land Fachwarte und Fachwartinnen, Obst- und Gartenbauvereine, und viele Engagierte Bäume schneiden, sanieren, Misteln entfernen, stabilisieren. So wird jährlich sichtbar gemacht, dass dieses Ehrenamt keineswegs „nice to have“ ist, sondern ein tragender Pfeiler des Streuobsterhalts in Baden-Württemberg.

Der Blick in die Bestände zeigt, dass viele Streuobstwiesen in einem schlechten Zustand sind. Ohne das konsequente Engagement der OGVs und Fachwarte, oft auch auf Gemeindeflächen, sähe unsere Kulturlandschaft schon heute deutlich ärmer aus. Pflege allein reicht nicht. Streuobstwiesen sind keine Museumsstücke, sondern lebendige Kulturlandschaft. Bäume sterben durch Alter, Schäden, und zunehmend auch durch Trockenstress und Wetterextreme. Wenn nicht nachgepflanzt wird, entstehen Lücken. Damit ein junger Baum sie füllen kann, braucht er einen bestmöglichen Start mit Pflanzschnitt und fachgerechter Pflanzung. Ein Baum, der anfangs nicht kämpfen muss, hält später besser durch, insbesondere unter den Bedingungen des Kli­ma­wandels.

Mit der Aktion „Streuobstsorte des Jahres“ lenkt der LOGL seit vielen Jahren den Blick auf Sortenvielfalt und Sortenerhalt, nicht theoretisch, sondern ganz praktisch. Denn Sorten bleiben nur erhalten, wenn sie weiterveredelt, gepflanzt und genutzt werden. Die Ermstäler Knorpelkirsche, über die Roland Lieb in Obst&Garten 1/2026 informierte, steht dabei exemplarisch für das, was gestärkt werden muss: regionale Identität und genetische Vielfalt. Vielfalt schafft Stabilität, auch als „Versicherung“ gegen klimatische Unsicherheiten. Lokale Sorten sind ein genetisches Gedächtnis der Landschaft: Sie sind an Klima, Böden und Nutzung angepasst und wertvoll. Die Ermstäler Knorpelkirsche gehört zur Identität des Ermstals. Doch gerade im Kirschenanbau nehmen die Herausforderungen des Pflanzenschutzes zu – Stichwort Kirschessigfliege. Hier müssen Lösungen gefunden werden. Denn wenn sich die Ernte kaum rentiert, werden die talprägenden Kirschbäume eines Tages verschwinden.

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