Bäume am Bodensee
Seit mehr als 10 Jahren ist das Netzwerk Bodenseegärten in der Vierländerregion Bodensee aktiv. Dieses Jahr stehen die Baumveteranen in den Gärten und Parks rund um den See im Fokus.
von Netzwerk Bodenseegärten erschienen am 04.03.2026Bäume prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der Bodenseeregion – als Schattenspender in historischen Parks, auf blühenden Streuobstwiesen, entlang der Uferpromenaden und als lebendige Zeugen regionaler Geschichte. Im Gartenjahr 2026 stellt das Netzwerk Bodenseegärten deshalb die grünen Riesen ins Rampenlicht: Unter dem Motto „Bäume am Bodensee“ zeigen 16 Partner, wie eng Natur und Geschichte miteinander verwoben sind. Zudem wächst das Gartennetzwerk weiter und heißt mit dem Stadtgarten Radolfzell sowie dem Jagdschloss Bachzimmern in Immendingen zwei neue Anlagen willkommen. Begleitet wird das Themenjahr von bewährten Formaten wie dem Online-Gartenpodium am 7. Mai, den Festivals „Blütenzauber“ vom 5. bis 7. Juni und der „Langen Nacht der Bodenseegärten“ vom 4. bis 6. September sowie der 9. Verleihung des Bodenseegärtenpreises auf der Insel Mainau am 25. Juni. Auch die Initiative „Natur im Garten“ setzt ihren Erfolgskurs fort und vereint inzwischen mehr als 170 naturnah bewirtschaftete Gärten in der Region.
Verein Bodenseegärten, Schloss Arenenberg, CH-8268 Salenstein, info@bodenseegaerten.eu, www.bodenseegaerten.eu
Bäume als Zeitzeugen am Bodensee
Unter dem Jahresthema „Bäume am Bodensee“ lädt der Verein Bodenseegärten 2026 zu grenzüberschreitenden Entdeckungsreisen ein. Im Mittelpunkt stehen Bäume als faszinierende Zeitzeugen, Kulturgut und Lebensgrundlage für Mensch und Klima.
Zwei neue Themenschwerpunkte führen durch die vielfältige Garten- und Parklandschaft der Vierländerregion:
- Auf dem „Weg der Linden“ erleben Besucher die kulturelle und historische Bedeutung der heimischen Linde.
- Die Tour „Auf den Spuren der Exoten“ richtet den Blick auf beeindruckende Baumriesen wie den Mammutbaum und weitere botanische Besonderheiten. Zahlreiche Stationen machen die Initiative erlebbar, darunter u.a.: Insel Mainau, Insel Reichenau, Stiegeler Park Konstanz, Überlingen, Kloster & Schloss Salem, Lindenhofpark Lindau, Thurn-und-Taxis-Park Bregenz, Schloss Wartegg, Seeburgpark Kreuzlingen, Arenenberg sowie weitere bedeutende Grünanlagen der Region.
Die Initiative verbindet Natur, Geschichte und lebendige Erzähltradition. Jeder Baum erzählt eine eigene Geschichte – von Mythen und Traditionen bis zu seiner Rolle im ökologischen Überleben des Bodenseeraums. Im Rahmen des Themenjahres werden zudem zwei außergewöhnliche Lindenbäume nachfolgend porträtiert, die beispielhaft für die erzählerische Kraft und Identität der Region auf der Insel Reichenau resp. in Überlingen stehen.
Zwei außergewöhnliche Linden am Bodensee
Gerichtslinde auf der Insel Reichenau:
Auf der UNESCO-Welterbe-Insel Reichenau steht ein besonderer Baum: eine über 700 Jahre alte Linde mit mehr als 8 Meter Stammumfang. Sie befindet sich auf der Ergat, dem zentralen Platz vor dem heutigen Museum Reichenau. Hier hatte früher der äbtliche Ammann, der unter anderem für die niedere Gerichtsbarkeit zuständig war, seinen Sitz. Der Überlieferung nach wurden im Mittelalter an der Linde Urteile (auch Todesurteile) gesprochen. Diese wurden aber nicht auf dem heiligen Boden der Klosterinsel vollstreckt, sondern auf dem Richtplatz der Abtei Reichenau, dem sogenannten „Galgenacker“ auf dem Festland zwischen Allenbach und Hegne. www.reichenau-tourismus.de
Die Überlinger Burkhartlinde:
Die Burkhartlinde, ein beeindruckender Veteran unter den Linden, zeigt einen enormen Lebenswillen und trotzt allen Widrigkeiten. Mit einem Stammumfang von 8,25 m steht sie schräg im Hang und treibt an vielen Stellen aus, um Schäden zu reparieren. Eine schützende Holzkonstruktion soll sie vor weiteren Beschädigungen durch unachtsame Besucher bewahren. Der Baum, der wahrscheinlich rund 450 Jahre alt ist, gehört einem „Spital- und Spendenfond Überlingen“, der sich gemeinsam mit Gasthofbetreibern und der Stadt intensiv um seinen Schutz bemüht. www.ueberlingen-bodensee.de/natur-und-gaerten
1Zwischen Blütenzauber und imposanten Bäumen
In blumigen Duftwelten schwelgen Besucher auf der wohl bekanntesten Blumeninsel der Welt, der Insel Mainau. Auf 45 Hektar erschuf die Familie Bernadotte ein buntes Paradies. Tulpen, Rhododendren, Rosen und Dahlien treffen hier auf imposante Mammutbäume aus dem über 150 Jahre alten Arboretum. Im schweizerischen Kanton Thurgau blühen Felder und Wiesen um die Wette – von Rebhängen und Streuobstwiesen bis hin zu liebevoll gepflegten Gärten.
Ein wahrhaft königliches Beispiel für die Vielfalt des „Gartenkantons Thurgau“ ist die Rosenstadt Bischofszell. Das malerische Städtchen huldigt der Königin der Blumen, der Rose, mit zahlreichen prächtigen Rosengärten, die öffentlich zugänglich sind. Ebenfalls im Thurgau befindet sich die größte Sammlung historischer Rosensorten der Schweiz – in der Kartause Ittingen. Nebst mehr als 1.000 Rosenstöcken lädt die Gartenanlage des ehemaligen Kartäuserklosters mit Kräuter-, Gemüse-, Hopfen- und Weingärten zum Schnuppern und Lustwandeln ein. Eine gute halbe Stunde entfernt finden passionierte Gärtner in Amriswil alles, was das (grüne) Herz begehrt: In der Gartenwelt der Wüthrich Pflanzen AG gibt es eine Baumschule, allerlei Zierpflanzen und einen großzügigen Eventgarten zu entdecken.
Eine stimmungsvolle Verbindung von Natur und Kunst zeigt der Skulpturengarten Forum Würth in Rorschach. Vom Inneren des Würth-Hauses folgen Besucher den Exponaten hinaus zum weitläufigen Skulpturengarten, direkt am Bodensee. Auf deutscher Seeseite erwandern Besucher auf dem Überlinger Gartenkulturpfad die schönsten grünen Oasen der Stadt, wie den Stadtgarten mit seinen exotischen Pflanzen und prächtigen Bäumen. Die österreichischen Nachbarn begeistern mit den Bregenzer Seeanlagen Einheimische und Gäste gleichermaßen. Direkt am Bodensee gelegen, erfreut ein Füllhorn aus vielerlei Pflanzen – wie Rhododendren, Azaleen oder Sommerblumen und historischen Baumriesen – das Auge.
Termine 2026
Blütenzauber der Bodenseegärten: 5. bis 7. Juni
Lange Nacht der Bodenseegärten: 4. bis 6. September


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