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Kommentar März 2026

Das Klagelied der Tomate

Tiere können hören, wenn Pflanzen gestresst sind. Zumindest einige. Katzenohren beispielsweise nehmen auch die hohen Frequenzen wahr, in denen Tomaten bei Stress ungefähr in Gesprächslautstärke „ploppen“.

von Theresa Petsch erschienen am 01.03.2026
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Entspannte Tomaten seien dagegen ziemlich leise, sagt Prof. Lilach Hadany von der Universität Tel Aviv, wo sie im Forschungsgebiet der Phy­toakustik forscht. Auch an Mais, Weizen, Kakteen, Wein und Taubnesseln konnten Forschende bereits nachweisen, dass sie Geräusche machen, wenn sie gestresst sind. Vermutet wird, dass Luftbläschen im Gefäßsystem der Pflanzen platzen.

Wissen die Tiere im Garten also schon vor uns, wenn Pflanzen leiden? Womöglich sogar, woran? Das For­schungs­team schaffte es jedenfalls mittels eines Algorithmus, die Stressart je nach Ton zu unterscheiden. Wie praktisch wäre das, wenn uns in Zukunft ein Sensor Auskunft geben könnte, ob eine Pflan­ze Durst leidet oder Staunässe ihr das Leben schwer macht! Oder wenn der Hund anschlüge, sobald er hört, dass es den Tomaten an Wasser mangelt. Immerhin erschnüffeln trainierte Hundenasen auch Krebs. Die Krankheitsdiagnose an Pflanzen wäre nicht mehr weit entfernt.

Was, wenn die vielen Katzen, die mit Leidenschaft Blumentöpfe von der Fensterbank kicken, eigentlich aktive Sterbebe­glei­tung an leidenden Pflanzen vornehmen? Würden sie damit aufhören, wenn die Pflanzen endlich zufrieden und leise wären?

Wir könnten uns das auch zunutze machen, indem wir Pflanzen darauf selektieren, besonders laut zu werden, wenn sie etwa von Wühlmäusen angefressen werden. Angesichts des ohrenbetäubenden Lärms würden sich die Nager hoffentlich andere Opfer suchen.

Auch Menschen können Pflanzen hören. Nur beschränkt sich unsere Wahrnehmung hauptsächlich auf das ange­nehme Rascheln der Blätter im Wind. Der Gar­tenarbeit ist das durchaus zuträglich. Ich will jedenfalls nicht hören, wie die Hecke lautstark unter dem Formschnitt leidet.

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