Indianerbanane nicht unbedenklich
Nach neueren Untersuchungen können die Früchte der „Indianerbanane“, auch Papau-Frucht genannt, kritische Stoffe enthalten. Diese können nicht nur beim Verzehr unreifer Früchte zu Übelkeit und Magenbeschwerden führen, sondern aufgrund ihrer neurotoxischen Wirkung auch eine gefürchtete Krankheit auslösen.
von LWG erschienen am 16.01.2026Nach Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts CVUA Stuttgart wurden in den Früchten der „Indianerbanane“ Stoffe gefunden, die beim Verzehr unreifer Früchte zu Übelkeit und Magenbeschwerden führen können. Denn in der auch als Papau-Frucht oder Asimina triloba bekannten Frucht wurden Acetogenine und Alkaloide nachgewiesen. Auch eine allergische Reaktion kann je nach Reifegrad und Verzehrmenge nicht ausgeschlossen werden.
Bedenklicher sind die neurotoxischen Eigenschaften der Acetogenine. Es wird vermutet, dass diese beim Verzehr großer Mengen atypischen Parkinsonismus auslösen können. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hat dem CVUA deshalb in den letzten Monaten verschiedenste Sorten und unterschiedlich reife Früchte der „Indianerbanane“ für genauere Untersuchungen zur Verfügung gestellt.
Exotisch und lecker – bis jetzt
Asimina triloba bildet Früchte aus, die geschmacklich an Mango und Banane erinnern und eine sehr cremige Konsistenz aufweisen. Ihre Vitamine und Mineralstoffe sind zahlreich. Allerdings wurde erst jetzt bekannt, dass die Früchte, ähnlich wie der verwandte Zimtapfel (Cherimoya), auch Stoffe aus der Gruppe der Acetogenine und Isochinolin-Alkaloide enthalten. Es wird vermutet, dass Acetogenine bei regelmäßigem Verzehr der „Indianerbanane“ und auch artverwandter Früchte aus der Familie der Annonengewächse atypischen Parkinsonismus auslösen können.
In den umfangreichen Tests des CVUA schnitt die Sorte ‘Sunflower’ am besten ab, da bei ihr im Vergleich zu allen anderen Sorten geringere Gehalte der bedenklichen Inhaltsstoffe festgestellt wurden. Dennoch kann ein Verzehr vonseiten der LWG nicht weiter uneingeschränkt empfohlen werden. Besonders Kinder, Schwangere und immungeschwächte Personen sollten vorsichtig sein. Giftig ist die Pflanze mitsamt ihren Früchten nicht, aber auch nicht unbedenklich. Der Podcast der CVUA informiert umfassend zu den neuesten Erkenntnissen rund um die Papau-Frucht.
Weiterhin ein attraktives Ziergehölz
Als Ziergehölz punktet die „Indianerbanane“ weiterhin mit Blüte, Laub und vor allem ihrem langsamen Wuchs. Das Gehölz bildet sehr attraktive Blüten vor dem Laubaustrieb und ist auch dadurch ein Hingucker im Ziergarten. Die Laubfärbung ist goldgelb. Schädlingsbefall konnte in den über zwei Jahrzehnten der Sortensichtungen an der LWG nicht festgestellt werden.

Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.