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Dringende Empfehlung

„Augen auf“ bei nicht bestelltem Saatgut!

Die Pflanzengesundheitsinspektion zog im ersten Halbjahr 65.000 Sendungen mit Saatguttüten aus China aus dem Verkehr. Um Schaden von heimischen Agrarökosystemen abzuwenden, warnen Pflanzengesundheitsbehörden vor „neuer Masche“ und bitten die Bevölkerung um Hilfe.

von Stefanie Hahn, JKI erschienen am 30.08.2025
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Wegen fehlender Pflanzengesundheitszeugnisse und Falschdeklaration wurden bei der Pflanzengesundheitsinspektion in Hessen diese Saatguttüten beschlagnahmt.
Wegen fehlender Pflanzengesundheitszeugnisse und Falschdeklaration wurden bei der Pflanzengesundheitsinspektion in Hessen diese Saatguttüten beschlagnahmt. © K. Kaminski/JKI

Am Flughafen Frankfurt wurden in diesem Jahr bei Kontrollen der Pflanzengesundheitsinspektion bis Anfang Juni bereits ca. 65.000 Sendungen mit kleinen Saatguttütchen aus China wegen fehlender Pflanzengesundheitszeugnisse entdeckt und zurückgeschickt. Bei den Sendungen handelte es sich laut dem Pflanzenschutzdienst Hessen überwiegend um nicht bestelltes Saatgut. Die Sendungen werden häufig falsch deklariert und um Zollkontrollen zu umgehen, wird die Deklaration regelmäßig geändert (z. B. Grußkarte aus Papier, Ohrring, Wohndekoration). Andere Bundesländer sind von solchen Sendungen kaum betroffen. Hessen scheint wegen des internationalen Flughafens und Postzentrums besonders von der „neuen Masche“ betroffen zu sein.

„Im ersten Moment mag so ein Tütchen harmlos wirken: Auch wenn man es nicht bestellt hat, freut man sich über die Gratis-Probe und erwägt vielleicht die Aussaat im heimischen Garten“, sagt Dr. Bernhard C. Schäfer vom Julius Kühn-Institut. Aber genau davor warnt der Experte für Pflanzengesundheit im Schulterschluss mit den Pflanzenschutzdiensten der Bundesländer und dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). „Von solchem unbekannten Saatgut geht eine Gefahr für unsere Natur, das urbane Grün mit Gärten und Parks und sogar die Landwirtschaft aus. Denn es kann sich dabei um invasive Arten handeln, die sich unkontrolliert ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen. Das Saatgut kann außerdem von Krankheiten und Schädlingen befallen sein“, sagt Schäfer.

Die dringende Empfehlung an die Verbraucherinnen und Verbraucher ist daher: Sofern unbestellte Samen eintreffen, sollten diese nicht ausgesät und möglichst im Hausmüll entsorgt werden, keinesfalls über den Kompost oder die Biotonne. Bei privaten Bestellungen von Saatgut im Internet sollte darauf geachtet werden, woher das Saatgut geliefert wird und ob ggf. die pflanzengesundheitlichen Einfuhranforderungen erfüllt sind. Saatgutlieferanten außerhalb der EU müssen ihre Online-Kunden hierzu aufklären, siehe dazu https://youtu.be/rqmF-BMoKCc .

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