
20. Landesweiter Streuobsttag
Der 20. Landesweite Streuobsttag Baden-Württemberg bot Antworten, neue Impulse und praxisnahe Lösungsansätze zu zukunftsrelevanten Fragen: Wie können Streuobstwiesen angesichts des Klimawandels weiterentwickelt werden? Welche Sorten sind besonders robust? Wie gelingt es, engagierten Nachwuchs nachhaltig für den Streuobstanbau zu begeistern?
von Red/Hochstamm Deutschland e.V./MLR erschienen am 21.04.2026Am Samstag (18. April 2026) fand in Hohenheim der 20. landesweite Streuobsttag Baden-Württemberg statt. Der renommierte Fachkongress feierte sein 20-jähriges Jubiläum und rückte die Themen Klimaresilienz und Nachwuchs im Streuobstanbau in den Mittelpunkt. Mit Fachvorträgen, interaktiven Pitches und Praxisbeispielen brachte der Kongress Akteure aus Streuobst, Vermarktung, Umwelt- und Obstbau, Verwaltung, Verbände und Keltereien zusammen.
“Junge Köpfe” für die Streuobstwiesen gewinnen
Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Nachwuchsförderung. „[…] Nur wenn es gelingt, die Begeisterung für Streuobstwiesen weiterzugeben, wird dieser einzigartige Fruchtspender und Lebensraum erhalten bleiben. Wir unterstützen deshalb junge Menschen, die Verantwortung übernehmen und mit neuen Ideen dazu beitragen, die Streuobstwiesen zukunftsfähig zu machen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz. Das Land unterstützt im Rahmen der Streuobstkonzeption 2030 den Erhalt von Streuobstwiesen durch Beratung und Förderprogramme. Dazu zählen unter anderem auch finanzielle Anreize beim Baumschnitt, beim Aufbau von Netzwerken oder bei der Vermarktung.
Nach den Grußworten von Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL und Rektor Prof. Dr. Christoph Schneider widmete sich das Programm der Frage, wie die Begeisterung für Streuobstwiesen weitergegeben werden kann. Statt trockener Theorie standen dabei erfolgreiche Ansätze aus der Praxis im Mittelpunkt. Experten aus Baden-Württemberg und Österreich beleuchteten, wie man junge Menschen heute anspricht und welche „Alleinstellungsmerkmale“ der Streuobstwiese dabei in der Kommunikation entscheidend sind.
Ergänzend dazu wurden konkrete Strategien der Jugendstiftung vorgestellt, um Jugendliche für das Ehrenamt zu gewinnen. Verschiedene Initiativen zeigen bereits, wie Jugendliche Verantwortung für Streuobstwiesen übernehmen. Dazu gehören unter anderem Ernteaktionen auf kommunalen Flächen, eigene Jugendgruppen in Vereinen und Kurse, in denen junge Menschen das nötige Wissen für Pflege und Schnitt erlernen. Wie gut Angebote ankommen, wenn sie passgenau zugeschnitten sind, zeigte zudem ein Erfahrungsbericht über die Resonanz auf Jugendfachwartkurse.
Streuobstwiesen brauchen Menschen, die anpacken und Ideen haben. Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL
Klimaresilienz: Strategien für widerstandsfähige Bestände
Der Nachmittag wechselte die Perspektive von den Menschen zu den Bäumen und widmete sich den biologischen Herausforderungen. Unter dem Titel „Klimaresilienz für die Streuobstpraxis“ präsentieren Fachleute aus Forschung und Praxis konkrete Maßnahmen, um die Bestände klimaresilient zu machen. Ein zentraler Aspekt ist dabei das „Fundament“ des Baumes: Neue Erkenntnisse aus der Wurzelforschung zeigen, wie entscheidend das Wurzelsystem für die Standfestigkeit und die Wasserversorgung in Trockenperioden ist.
Die heißen Sommer der vergangenen Jahre setzen den Bäumen zu und ziehen neuartige Schädlinge an. Viele alte Sorten kommen mit den zunehmenden Trockenperioden schlecht zurecht. Deshalb raten Fachexperten dazu, bei der Neupflanzung von Obstbäumen auf robuste Sorten zurückzugreifen. Auf dem Streuobsttag wurden entsprechende Empfehlungen für Obstsorten gegeben, die sich unter veränderten Klimabedingungen als besonders widerstandsfähig erweisen.
Den Blick über den Tellerrand wagte ein Beitrag zu innovativen Anzuchtverfahren aus forstlicher Perspektive, die robustere Bäume hervorbringen sollen. Abgerundet wurde der Themenblock durch ein Fazit aus aktuellen Klimawandelprojekten, das Antworten auf die Frage lieferte, was Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter heute konkret für ihre Wiesen tun können.

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