Geben Sie einen Suchbegriff ein
oder nutzen Sie einen Webcode aus dem Magazin.

Geben Sie einen Begriff oder Webcode ein und klicken Sie auf Suchen.
Biodiversitätsüberwachung

Feinstaub hilft, Arten zu finden

Messstationen zur Luftqualitätsüberwachung gibt es häufig in Städten. Nun fanden Forscher heraus: Sie können auch einen Beitrag zur Überwachung der Biodiversität leisten. Denn der Feinstaub enthält auch Spuren von Pollen, Sporen oder Pflanzenreste.

von Redaktion erschienen am 30.08.2025
Flechten werden in Monitorings oft wenig berücksichtigt – in der Umwelt-DNA sind sie aber klar nachweisbar. © Julia Bächtle
Artikel teilen:

Ziel des Projekts war es, ein standardisierbares, skalierbares Verfahren zur Erfassung von Biodiversität zu entwickeln, das großflächig einsetzbar ist und bestehende Infrastrukturen nutzt. Die Forschenden entnahmen dabei Luft-eDNA-Proben an bestehenden Messstationen zur Luftqualitätsüberwachung. Die Proben enthalten im Feinstaub unter anderem Pollen, Sporen oder Pflanzenreste – Spuren, über die sich Arten der Umgebung über ihre DNA bestimmen lassen.

Die eDNA wurde analysiert und mit bestehenden Citizen-Science-Daten aus den Datenbanken eBird und iNaturalist verglichen. Dabei wurde der Vorteil der neuen Methode offenkundig: In der Luft-eDNA lassen sich besonders solche Arten nachweisen, die durch klassische Beobachtungsmethoden schwer zu erfassen sind – etwa Kleinstorganismen oder unscheinbare Arten. Insgesamt konnte das Team über 1?.100 Taxa identifizieren, was das Potenzial der Methode zur Erfassung der biologischen Diversität eindrucksvoll unterstreicht.

Die detektierte eDNA stammt dabei überwiegend aus dem unmittelbaren Umfeld der Messstationen – meist in einem Radius von unter 80 km. Dies weist darauf hin, dass Luft-eDNA-Monitoring besonders für die lokale Biodiversitätsüberwachung geeignet ist.

Die Studie zeigt die Möglichkeiten von Umwelt-DNA als leistungsfähiges, kosteneffizientes Werkzeug auf, das leicht in bestehende Netze der Umweltüberwachung integriert werden kann. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, Biodiversitätsdaten über weite Räume hinweg systematisch zu erfassen – ein entscheidender Schritt zur Erfüllung internationaler Naturschutzziele und zum Schließen bestehender Datenlücken. Langfristig könnte diese Methode als globaler Standard etabliert werden, um Veränderungen der biologischen Vielfalt zeitnah und flächendeckend sichtbar zu machen.

0 Kommentare
Was denken Sie? Artikel kommentieren

Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Artikel kommentieren
Was denken Sie? Artikel kommentieren