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Gegen alles ein Kraut

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen, heißt es. Also einfach die richtige Pflanze genommen und das Problem ist besiegt? Das klingt zu schön, um wahr zu sein – und ganz so einfach ist es auch nicht.

von Theresa Petsch erschienen am 26.04.2026
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Giersch-Blätter von oben
Giersch-Blätter von oben © Victoria Tucholka/shutterstock.com

Denn jede Pflanze kann unerwünschte Wirkungen haben. Das gilt nicht nur für die menschliche Gesundheit, sondern erstaunlicherweise ebenso für die üblichen Garten-Wehwehchen.

Zahlreiche Rezepte für Pflanzensude versprechen Hilfe gegen allerlei Zipperlein: Schachtelhalmextrakte können gegen Mehltau, Rost und Co. helfen. Auch Staudenknöterich und Rhabarberwurzeln zeigten in Experimenten eine Wirkung gegen Pilze. Gegen Blattläuse stehen hingegen Wermut und Rainfarn auf der Agenda. Knoblauchsud soll gleich mehrere Probleme abwehren können: Blattläuse, leichte bakterielle Blattkrankheiten und Pilzerkrankungen.

Das Prinzip gilt sogar im Kampf gegen das, was wir als Un­kraut bezeichnen – auch hier ist meist ein Kraut gegen das andere gewachsen. Während sich Giersch hartnäckig gegen das sonst bewährte Hacken wehrt (jedes Wurzelstückchen kann wieder austreiben), können andere Pflanzen ihm Einhalt gebieten. Topinambur und Storch­schna­bel gehören mit ihrer ausgeprägten Wüchsigkeit zu dieser Gruppe. Aber Achtung: Gerade bei derart ausgeprägter Konkurrenzkraft gilt es aufzupassen. Nicht, dass der Unkrautgegner selbst überhandnimmt. Noch so ein schwieriges Unkraut ist die Quecke. Und welches Kraut ist dagegen gewachsen? Ausgerechnet Giersch!

Zugegeben: Der Gedanke, gegen jedes Problem ein pflanzliches Ge­gen­mittel einsetzen zu können, ist bestechend. Doch dabei ge­rät leicht in Vergessenheit, dass selbst das nützlichste Kraut Teil eines Systems ist, das wir nicht vollständig kontrol­lieren. Die Mittel wirken – jedoch nie ohne Nebenwirkungen. So kann Rainfarn etwa Nützlingen schaden und Hautreizungen verursachen. Setzen Sie daher auch diese Mittel mit Bedacht ein.

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